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Die Kinder fast immer dabei

Meine Kinder wuchsen quasi mitten in der Festivalwelt auf. Von klein auf waren sie von Konzerten, Bühnen und all den Geschichten fasziniert, die sich rund um Festivals abspielten. Also nahm ich sie einfach mit – zumindest dann, wenn keine Schule im Weg stand. Besonders die Aufbauphasen wurden schnell zur Familienangelegenheit.
Marek war zu diesem Zeitpunkt zwar schon außer Haus, aber Jani, damals dreizehn, und Jörni, zehn Jahre alt, zeigten deutliches Interesse an dem ganzen Trubel.

„Papa, was sollen wir machen?“
 fragte Jani eines Morgens, als wir auf dem Gelände des Waldheim-Festivals ankamen.
„Ihr könntet die Parkplätze organisieren,“ schlug ich vor und drückte den beiden mit sichtbarem Stolz ein paar Backstage-Ausweise in die Hand. „Und passt auf, dass niemand mitten im Wald parkt. Die Forstgemeinschaft flippt komplett aus, wenn das passiert.“

„Kriegen wir hin,“
 grinste Jörni und steckte sich den Ausweis demonstrativ an die Brust. Er sah aus wie ein kleiner Sheriff – nur ohne Revolver, dafür mit Festivalbändchen.
Mit einer Mischung aus Ernsthaftigkeit und kindlichem Stolz übernahmen sie ihre Aufgaben. Dass ihnen manche Besucher am Ende sogar Trinkgeld in die Hand drückten, machte den Job natürlich doppelt attraktiv.

Für die Kinder war das alles ein riesiges Abenteuer – besonders dann, wenn auch Freunde mit dabei waren. Während ich mich als Organisator oft mit zusammengebissenen Zähnen und leicht erhöhtem Puls durch den Tag manövrierte, hatten die Jungs ihren Spaß. Irgendwo zwischen Arbeit, Abenteuer und einer Art sehr spannendem Ferienlager.

Doch die Festivalwelt war nicht alles. Auch die Abende im Dornbusch oder die Wochenenden im Waldheim bedeuteten, dass die Jungs früh lernten, Verantwortung zu übernehmen. Helga und ich vertrauten darauf, dass die beiden zu Hause keine allzu großen Dummheiten anstellten, wenn wir unterwegs waren.
Und dieses Vertrauen wurde – fast immer – bestätigt.

Nur einmal, als sie schon älter waren, stellte sich heraus, dass während eines unserer Urlaube eine fette Party im Haus stattgefunden hatte.
„Papa, das war gar nicht so schlimm,“ versuchte Jani später zu beschwichtigen, als die Wahrheit irgendwann ans Licht kam.

Ich schmunzelte. „Nicht schlimm? Okay. Ich möchte lieber gar nicht wissen, was da wirklich los war.“
Und dachte dabei unweigerlich an meine eigenen wilden Zeiten.
„Tja, was soll ich sagen? War ich als Jugendlicher artiger? Nö.“

Am Ende blieb es eine Anekdote, die ich mit einem Augenzwinkern weitererzählte – fast schon ein kleiner Ritterschlag für meine Jungs. Denn tief im Inneren wusste ich: Sie mussten ihren eigenen Weg finden. So wie ich damals. Irgendwo zwischen Musik, Freiheit, Arbeit und einer gesunden Portion Chaos.

…und vieles mehr im Buch zu meinem Leben.