
Diese sogenannte „Alternative für Deutschland“ ist ungefähr so sehr eine Alternative wie ein Kettenraucher als Gesundheitsminister. Leider begreift das ein großer Teil der künftigen Wähler in Ost- und Westdeutschalnd überhaupt nicht mehr.
Selbst wenn man die üblichen Nebensächlichkeiten wie Ausländerfeindlichkeit, Homophobie und den romantisch verklärten Wunsch nach einem Deutschlandbild aus vergilbten Schwarzweißaufnahmen einmal großzügig ausblenden würde – was schon für sich genommen ungefähr so vernünftig wäre wie ein Toaster in der Badewanne – bliebe immer noch mehr als genug übrig, um diese Partei mit Schwung in den politischen Sondermüll zu befördern.
Denn das eigentliche Problem endet nicht bei der Menschenfeindlichkeit. Es beginnt dort oft erst.
Wer heute der Regierung vorwirft, den Sozialstaat schrittweise auszuhöhlen, sollte wissen: Die AfD würde dabei nicht mit dem Teelöffel arbeiten, sondern eher mit Abrissbirne und Presslufthammer. Es geht nicht um Reformen, nicht um effizientere Strukturen, nicht um ein gerechteres System. Es geht darum, soziale Sicherheiten so weit zurückzubauen, bis das Netz unter den Menschen verschwindet – und viele erst dann merken, was fehlt, wenn sie längst auf dem Asphalt aufgeschlagen sind.
Auch beim Thema Energiewende zeigt die Partei ungefähr die Zukunftsorientierung eines Kohleofens in der Sauna. Während mittlerweile selbst konservative Wirtschaftsvertreter verstanden haben, dass man im Jahr 2026 vielleicht nicht mehr ausschließlich auf Technologien setzen sollte, die schon zu Kaiser Wilhelms Zeiten altbacken gewirkt hätten, marschiert die AfD lieber rückwärts in Richtung Zukunft – mit Vollgas, viel Nostalgie und möglichst dichter Dieselwolke inkl. nicht auflösbarem Atommüll.
Und wer sich mit Recht darüber empört, dass die unteren fünfzig Prozent der Bevölkerung inzwischen jeden Monat neu durchrechnen müssen, ob zuerst der Wocheneinkauf oder die Stromrechnung bezahlt werden kann, während weiter oben die Champagnerkorken knallen, sollte einen Blick in die steuerpolitischen Vorstellungen dieser Partei werfen. Dort wird die Disziplin „Umverteilung nach oben“ mit beinahe olympischer Eleganz betrieben: Unten wird eingesammelt, oben wird verteilt. Trickledown-Ökonomie also – nur ohne Trick und ohne Down.
Die bittere Pointe ist: Viele, die aus Frust über die aktuelle Regierung glauben, die AfD sei eine Art Notausgang, könnten bei einer tatsächlichen Regierungsverantwortung dieser Partei sehr schnell feststellen, dass gesellschaftlicher Abstieg kein Keller ist, sondern eher ein mehrstöckiges Parkhaus mit erstaunlich vielen Ebenen nach unten.
Die AfD ist keine Alternative.
Es sei denn, man betrachtet autoritäre Sehnsüchte, gesellschaftlichen Rückschritt und politischen Größenwahn als eine Form nostalgischer Freizeitgestaltung.
Grafik: Gemini KI
