
Wer denkt sich bitte so eine Scheiße aus? Das müsste doch eigentlich verboten werden. Da gehst du nichtsahnend einkaufen, willst einfach nur eines der grundlegendsten Bedürfnisse des modernen Menschen absichern – vernünftiges Toilettenpapier – und plötzlich stehst du vor einem Regal voller Designer-Klopapier, als würdest du gerade Tapeten für ein Schloss aussuchen.
Und dann sehe ich es: Kleine braune Waschbären. Niedlich schauen sie einen an. Fast schon unschuldig. Dazu noch diese kleinen kackbraunen Flecken überall auf dem Papier verteilt. Irgendwo zwischen Waldromantik und Darmkatastrophe muss diese Marketingidee geboren worden sein.
Natürlich könnte man jetzt sagen: „Ach, wie süß!“ Ja, kann man. Bis zu dem Moment, an dem dieses Kunstwerk seiner eigentlichen Bestimmung zugeführt wird. Denn spätestens dann beginnt das große Rätselraten.
Da wischt du und wischt du, und was ist das Resultat? Immer noch braune Flecken auf dem Papier. Herzlichen Glückwunsch. Da sitzt du nun wie ein Kripomann am Tatort und versuchst herauszufinden, ob das nun Design oder bereits persönliche Beteiligung ist.
Tolle Wurst.
Und genau da dämmert mir der wahre Grund dieser genialen Geschäftsidee. Das ist kein Zufall. Das ist Kalkül. Irgendwo in irgendeiner Firmenzentrale muss ein Marketingmensch am Konferenztisch gesessen und gesagt haben:
„Leute, wir brauchen mehr Verbrauch. Wie schaffen wir das?“
Und irgendein anderer Spezialist antwortete vermutlich:
„Braune Flecken! Waschbären! Der Kunde soll niemals sicher sein, ob er fertig ist.“
Super. Millionenidee geboren.
Denn dieses Papier ist ohnehin schon arschteuer. Wahrscheinlich mit irgendwelchen wohlklingenden Werbesprüchen versehen: „extra weich“, „naturnah“, „Premium-Komfort“ oder „von glücklichen Waldgeistern persönlich gesegnet“. Und dann wird es auch noch so bedruckt, dass man pro Sitzung eine halbe Rolle verunsichert durchjagt.
Früher war Toilettenpapier einfach Toilettenpapier. Weiß. Ehrlich. Ohne zoologische Experimente und ohne optische Verwirrspiele. Niemand brauchte Waschbären, Füchse oder dekorative Fleckenkunst auf dem stillen Örtchen.
Darum mein gut gemeinter Rat an die Menschheit, oder zumindest an jene, die ihre Nerven und ihren Geldbeutel schonen wollen: Augen auf beim nächsten Toilettenpapierkauf. Nur unbedrucktes Papier kaufen. Ohne Tiere. Ohne Kunstprojekt. Ohne braune Spezialeffekte.
Und dieses Waschbärpapier? Das sollen sie sich sonst wohin stecken.
