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Irgendwie fängt alles immer mal an! Auf zur Musterung.

Wie ich unser Deutschland verteidigte

Ich stand da, wie die Evolution mich schuf – naja, fast. Meine weiße  Feinripp-Unterhose hielt die letzten Reste meiner Würde zusammen. Mir gegenüber stand ein Arzt im Wehrkreisersatzamt, dessen Gesichtsausdruck unmissverständlich klarmachte, dass hier heute niemand ungeschoren davonkam.

„Husten“, befahl der Mann mit der Autorität eines Menschen, der täglich fremde Intimsphären betrat und dabei jede Form von Romantik verloren hatte.

Widerwillig kam ich der Aufforderung nach. Es war schließlich mein erster offizieller Kontakt mit fremden Händen an Körperstellen, die ich sonst mit Argusaugen bewachte. Doch statt einer erlösenden Erkenntnis folgte nur das nüchterne Urteil: „Tauglich!“ Der Arzt nickte zufrieden. „Ein bisschen zu viel Gewicht, besonders am Bauch“, stellte er sachlich fest, „aber das kriegen wir mit Sport schon hin.“

Sport? Das Wort alleine ließ mich erschaudern. Schon in der Schule war ich sportlich so talentiert gewesen wie ein Fisch auf trockenem Land. Beim Fußball durfte ich maximal Torwart sein – nicht aus Begabung, sondern weil das die Position war, bei der ich wohl am wenigsten Schaden anrichtete. Völkerball? Ein grausames Ritual, bei dem ich mich lieber hinter den robusteren Mitschülern versteckte, statt von einem gefühlten 20-Kilo-Ball getroffen zu werden. Und Geräteturnen? Ein Relikt aus einer Zeit, in der offenbar jemand beschlossen hatte, Kinder systematisch zu quälen, wohl deshalb, damit aus ihnen anständige Erwachsene werden. Schläge aufs Hinterteil oder mit dem Lineal aufs Händchen waren ja schließlich auch noch erlaubt.

Meine Sportnote auf dem Abschlusszeugnis: eine eher fiktive Vier, die im Prinzip eine gute Fünf war. Und nun sollte ausgerechnet die Bundeswehr aus mir einen athletischen jungen Mann formen? Das klang fast so wahrscheinlich wie Schnee im Hochsommer.

Während ich mich wieder anzog, warf ich einen kurzen Blick auf meinen Bauch. „Babybauch direkt zu Bierbauch“, murmelte ich vor mich hin, „ganz ohne Umwege.“ Ein leises Grinsen huschte über mein Gesicht. Wenn ich eines gelernt hatte, dann dies: Manchmal ist der beste Weg, ein Problem zu lösen, es einfach mit Humor zu nehmen.

Foto: KI, Musterung nachgestellt

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