
Die geplante Änderung des Gebäudemodernisierungsgesetzes ist klimapolitisch ein Offenbarungseid. Statt den Gebäudesektor endlich konsequent auf Effizienz, erneuerbare Wärme und Planungssicherheit auszurichten, werden ausgerechnet jetzt Regeln aufgeweicht, Ausnahmen vergrößert und fossile Pfadabhängigkeiten verlängert. Das ist keine pragmatische Korrektur, sondern eine Abkehr von allem, was in den vergangenen Jahren mühsam als Mindeststandard für Klimafreundlichkeit aufgebaut wurde.
Wer Klimaziele ernst meint, darf den Gebäudebestand nicht weiter an Gas und andere fossile Technologien ketten. Genau darauf läuft diese Änderung aber hinaus: Sie verschiebt Verantwortung, verwässert Vorgaben und verkauft Stillstand als Entlastung. Am Ende profitieren davon nicht die Bürgerinnen und Bürger, sondern vor allem alte Geschäftsmodelle und eine Politik, die sich vor klaren Entscheidungen drückt.
Besonders absurd ist, dass der Gebäudesektor seit Jahren zu den Problemfällen der Klimapolitik gehört. Ausgerechnet dort jetzt weniger Verbindlichkeit zu schaffen, ist so, als wolle man ein sinkendes Schiff retten, indem man die Pumpen abschaltet. Wer heute fossile Lösungen länger laufen lässt, produziert die Kosten von morgen: höhere Emissionen, teurere Nachrüstungen und noch mehr verlorene Zeit.
Diese Gesetzesänderung ist deshalb kein technisches Detail, sondern ein politisches Signal – und zwar ein fatal falsches. Sie sagt: Klimafreundlichkeit gilt nur, solange sie niemanden stört. Damit wird aus Modernisierung Rückschritt und aus Transformationspolitik eine Einladung, weiterzumachen wie bisher.
Und es wird sehr teuer werden für all die Bürger, die, egal ob Hausbesitzer oder Mieter, weiterhin auf gas- oder Ölheizungen setzen. Ihr lasst euch gerade so richtig verarschen. Übrigens wäre das auch der geplante Weg der von vielen so geheiligten AfD.
Grafik: Gemini KI