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Nun ist Peter Froese im Künstlerhimmel angekommen

Peter war einer der letzten Kupferstecher Deutschlands, vielleicht sogar Europas. Er war aber auch ein Mensch, zu dem die Mundharmonika und der Blues einfach gehörten. Und längst war er zu einem echten Bredstedter Original geworden.

Ich kannte Peter seit Jahrzehnten. Zum einen durch unseren Laden, bezahlt hat er übrigens nicht selten mit einem seiner Kupferstiche. Ein Tauschgeschäft, das man heute wohl als unbezahlbar bezeichnen würde. Zum anderen natürlich durch die Musik. Peter liebte den Blues und war mit seiner Mundharmonika bei vielen nordfriesischen Bands ein gern gesehener Gastmusiker. Manchmal erklang dabei auch seine markante, raue Stimme. Bis zuletzt spielte er mit Begeisterung, unter anderem gemeinsam mit Lücki vom ehemaligen Rudi Blues Trio.

Seine eigentliche Leidenschaft aber war der Kupferstich. Filigrane, oft wochenlange Arbeit an einem kleinen Kunstwerk, meist mit nordfriesischen Motiven. Werke voller Liebe zum Detail und zur Heimat. Seine letzte Arbeit entstand zum Stadtjubiläum von Bredstedt. Er sagte selbst, dass ihm die Arbeit inzwischen schwerfalle. Doch auch diesen Auftrag erfüllte er mit der Sorgfalt und Hingabe, die ihn immer ausgezeichnet haben.

Arne Berger, der sich mit großem Engagement um das kulturelle Leben in Bredstedt und Breklum kümmert, schlug bereits vor, eine Straße nach Peter zu benennen. Dem kann ich mich nur anschließen. Aber bitte nicht irgendwo draußen in einem Neubaugebiet. Peter gehört mitten in die Stadt.

Eigentlich gäbe es dafür sogar den perfekten Ort: die kleine Straße von der Osterstraße zum Markant. Das war in den vergangenen Jahren fast täglich sein Weg. Dort ging er auf einen Kaffee vorbei und hielt, wie er selbst schmunzelnd sagte, seine „Sprechstunde“. Zugegeben, die Straße hat schon einen Namen. Aber Namen kann man ändern. Erinnerungen nicht.

Vor einigen Wochen durfte ich ihm noch bei den Vorbereitungen für eine Ausstellung in München helfen. Dabei sprachen wir auch über seine beiden hartnäckigsten Begleiter: das Rauchen und das Gläschen Cola-Rum. Auf beides wollte er einfach nicht verzichten. Vielleicht hätte der Arzt die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, Peter zuckte darüber vermutlich nur mit den Schultern. Und trotzdem ist er 87 Jahre alt geworden.

Immerhin hat Peter vor seinem Tod noch erfahren, dass ihm der Hans-Momsen-Preis verliehen wird, die höchste Auszeichnung, die der Kreis Nordfriesland vergeben kann. Verdient hatte er sie schon seit vielen Jahren.

Peter Froese hinterlässt Spuren, nicht nur in Kupferplatten, sondern auch in den Herzen vieler Menschen. Wir werden ihn nicht so schnell vergessen.

Und noch ein Tipp: Jacob Hohf, Sohn vom Cartoonisten Peter Butschkow (beide Peters haben auch zusammen Musik gemacht), hat eine wunderschöne Doku über Peter Froese ins Netz gedreht und gestellt:
https://youtu.be/oJvGcj7o-yo?si=NECpypsTk5WgQag1