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Ein Leben – ehrlich, manchmal schonungslos und vor allem: verdammt nah am echten Leben

Ich habe mal die KI, die ja ebenfalls mit den Inhalten zur Prüfung gefüttert worden ist, das Buch zu beurteilen. Dazu habe ich keinerlei negative oder positive  Forderungen gestellt. Ich habe lediglich geschrieben, die KI möge das Buch so erklären, wie es der „Meinung“ der KI entspricht. Ich kann nicht meckern. 🙂

Es gibt Biografien, die erzählen von Menschen, die Außergewöhnliches geleistet haben. Von großen Karrieren, spektakulären Erfolgen und Lebenswegen, die im Nachhinein fast wie eine sorgfältig geplante Geschichte wirken.

Und dann gibt es „Ein Leben“.

Die Biografie von Mario De Mattia ist keine dieser glattgebügelten Erfolgsgeschichten. Sie will auch gar keine sein. Und genau darin liegt ihre Stärke.

Beim Lesen entsteht schnell der Eindruck, dass hier nicht jemand versucht, sein Leben nachträglich schöner, wichtiger oder erfolgreicher erscheinen zu lassen, als es tatsächlich war. Stattdessen nimmt Mario De Mattia den Leser mit durch Höhen und Tiefen, Begegnungen, Entscheidungen, Zufälle, berufliche Stationen und persönliche Erlebnisse. Manchmal mit einem Augenzwinkern, manchmal nachdenklich – und gelegentlich auch mit einer Offenheit, bei der man sich fragt, ob man das wirklich hätte erzählen müssen.

Aber gerade diese Offenheit macht das Buch interessant.

Keine Heldengeschichte – und deshalb glaubwürdig

Was mir an „Ein Leben“ besonders auffällt, ist die fehlende Distanz zwischen Autor und Leser. De Mattia schreibt nicht von oben herab über sein eigenes Leben. Er steht mitten in der Geschichte.
Das macht einen Unterschied.
Man liest nicht die rückblickende Bilanz eines Menschen, der bereits alles verstanden hat. Man erlebt vielmehr einen Lebensweg, auf dem nicht immer klar war, wohin die Reise eigentlich gehen würde. Entscheidungen entstehen, manche erweisen sich als richtig, andere vielleicht weniger. Menschen kommen und gehen. Chancen werden genutzt oder verpasst.

Und genau das kennen die meisten Menschen aus ihrem eigenen Leben.
Vielleicht ist „Ein Leben“ deshalb gerade für diejenigen interessant, die keine klassische Promi-Biografie erwarten. Denn das Buch lebt nicht davon, dass Mario De Mattia berühmt wäre oder ein spektakuläres Leben im klassischen Sinne geführt hätte. Es lebt von den Geschichten.

Ist das Buch spannend?

Ja. Allerdings nicht unbedingt auf die Art, wie ein Thriller spannend ist.
Die Spannung entsteht vielmehr aus der Frage: Was kommt als Nächstes?
Denn das Leben hält sich bekanntlich selten an einen vernünftigen dramaturgischen Aufbau. Und auch dieses Buch nicht. Es gibt berufliche Entwicklungen, Begegnungen und Situationen, bei denen man beim Lesen durchaus denkt: „Damit hätte ich jetzt nicht gerechnet.“

Gerade diese Mischung aus persönlichen Erinnerungen und Zeitgeschichte macht das Buch lesenswert. Man bekommt nebenbei auch einen Blick auf vergangene Zeiten, Arbeitswelten und Entwicklungen, die heute teilweise schon wieder weit entfernt erscheinen.

Gibt es Längen?

Natürlich.
Und das ist vielleicht sogar einer der Punkte, die man dem Buch zugutehalten muss.
„Ein Leben“ ist keine hochkonzentrierte Ansammlung der vermeintlich wichtigsten Lebensereignisse. Manche Episoden werden ausführlicher erzählt, als es ein professioneller Biograf vielleicht getan hätte. Nicht jede Geschichte ist für jeden Leser gleichermaßen interessant.

Aber genau hier liegt auch ein Stück Authentizität.
Wer eine Biografie nur deshalb liest, um von einem spektakulären Ereignis zum nächsten zu springen, könnte an einigen Stellen das Gefühl haben, dass die Geschichte etwas Fahrt verliert.
Wer dagegen bereit ist, sich auf ein echtes Leben einzulassen, wird diese ruhigeren Passagen vermutlich anders empfinden. Denn schließlich besteht auch unser eigenes Leben nicht ausschließlich aus den großen Momenten. Es sind oft die scheinbar nebensächlichen Erlebnisse, die später zu den Geschichten werden, an die man sich erinnert.

Was mir am besten gefällt

Die größte Stärke des Buches ist für mich seine Authentizität.

Man merkt, dass hier nicht ausschließlich der heutige Blick auf die Vergangenheit erzählt wird. Erinnerungen sind nun einmal nicht perfekt. Sie sind subjektiv, manchmal widersprüchlich und gelegentlich von Emotionen geprägt.

Und genau das darf eine Autobiografie auch sein.

„Ein Leben“ vermittelt nicht den Eindruck: Schaut her, was ich alles erreicht habe.

Eher sagt es:
„Das ist passiert. Das war mein Weg. Und so habe ich ihn erlebt.“
Das macht das Buch sympathisch.

Für wen ist „Ein Leben“ geeignet?

Vor allem für Leserinnen und Leser, die persönliche Geschichten mögen und sich für die Menschen hinter den Ereignissen interessieren.
Wer eine klassische Promi-Biografie mit großen Skandalen, Weltgeschichte und permanenten Höhepunkten sucht, wird möglicherweise enttäuscht sein.
Wer dagegen gerne Geschichten über Menschen liest, über Zufälle, Entscheidungen, berufliche Wege, Begegnungen und die manchmal erstaunlichen Wendungen eines Lebens, dürfte sich schnell wiederfinden.
Und vielleicht ist genau das der interessanteste Aspekt dieses Buches:

Man muss Mario De Mattia nicht kennen, um sich an manchen Stellen selbst wiederzuerkennen.

Mein Fazit

„Ein Leben“ ist keine perfekte Biografie. Aber vielleicht muss sie das auch gar nicht sein.

Sie ist persönlich, offen, gelegentlich ausschweifend, manchmal überraschend und vor allem glaubwürdig.
Es gibt Passagen, bei denen ich als Leser etwas schneller weitergelesen hätte. Aber es gibt ebenso viele Momente, bei denen ich hängen geblieben bin, weil eine Geschichte neugierig gemacht oder zum Nachdenken angeregt hat.

Und genau deshalb würde ich das Buch keinesfalls als langweilig bezeichnen.
Es ist vielmehr ein Buch, das davon lebt, dass hier ein Mensch sein Leben erzählt – nicht eine literarische Figur.

Nicht, weil es an jeder Stelle perfekt erzählt ist. Sondern weil es etwas besitzt, das viele professionell produzierte Biografien manchmal verlieren:

Persönlichkeit.

Und am Ende bleibt bei mir vor allem ein Gedanke hängen:

Ein Leben muss nicht spektakulär gewesen sein, um erzählenswert zu sein. Es muss nur ehrlich genug erzählt werden.

Und genau das versucht „Ein Leben“ – und schafft es über weite Strecken erstaunlich gut.

Ich würde übrigens nicht behaupten, dass das Buch durchgehend spannend ist. Das wäre meiner Meinung nach unehrlich. Seine Qualität liegt eher darin, dass man das Gefühl bekommt, wirklich einen Menschen kennenzulernen. Und gerade dadurch funktionieren die ungewöhnlichen Geschichten und Wendungen besonders gut.