
Was passiert, wenn ein unzuverlässiger Erzähler eine Biografie über einen Regisseur schreibt, dessen Filme er eigentlich gar nicht mag? Er scheitert. Natürlich. Und zwar gründlich. In „Little Woody Allen“ wird dieses Scheitern zum literarischen Prinzip.
Der Roman ist ein wildes Gemisch aus Biografie, Selbstanalyse, Psychotherapie, Kulturgeschichte und herrlich absurdem Nonsens. Ein fahrlässiger Psychotherapeut verteilt fragwürdige Ratschläge, ein unschlüssiger Autor versucht, sich selbst zu verstehen – und findet dabei vor allem neue Unsicherheiten. Dazwischen begegnen dem Leser bekannte Namen aus der Kulturwelt: Gereon Klug, Rocko Schamoni, Anne-Sophie Mutter, Gunther Buskies, Martin Semmelrogge, Eckhard Henscheid, Ulrich Blumenbach und Bernd Rauschenbach. Manche treten als sie selbst auf, andere unter anderem Namen. Einer stirbt. Vielleicht.
Und dann ist da noch Woody Allen. Allerdings eher als tragische Nebenfigur. Denn auch er scheitert – ausgerechnet an der geplanten Verfilmung von Eckhard Henscheids „Die Vollidioten“, die sein letzter Film werden sollte und ausgerechnet in Itzehoe hätte entstehen sollen.
Stattdessen führt das Buch seine Leser auf höchst eigenwilligen Wegen durch die Kulturgeschichte: zu fünf Schauspielern in der Hand von King Kong, zu Arno Schmidts musikalischen Vorlieben und seinem Nagerproblem in Bargfeld und schließlich zu den TV Personalities, deren Song „Little Woody Allen“ dem Buch seinen Titel spendiert.
„Little Woody Allen“ versteht sich als literarisches Experiment, als écriture automatique und improvisierter Roman – vor allem aber als ein schreiend komisches Buch, das sich konsequent weigert, eine verlässliche Geschichte zu erzählen.
Und irgendwo zwischen Wahrheit, Erfindung und kompletter literarischer Unzuverlässigkeit versucht das Buch schließlich auch noch, eine der vermutlich wichtigsten Fragen der Literaturgeschichte zu beantworten:
Wie viele Hitlers passen in ein Pferd?
Eine Antwort gibt es. Ob sie stimmt, darf bezweifelt werden.
224 Seiten, Broschur · Erscheinungstermin: 25. September 2026
Pressestimmen zu Rubinowitz‘ letztem Buch »Dreh den Mond um«
»Rubinowitz […] inszeniert sich als Schelm, ruht sich darauf aber nicht aus und bietet Geistesverwandten intelligente Unterhaltung auf höchstem Niveau – im Endeffekt einfach verdammt gut geschriebene Literatur.« – Lukas Meschik, Der Standard
»›Dreh den Mond um‹ […] liest sich so gewitzt wie anspielungsreich, wobei es praktisch unmöglich ist, sämtliche Namen und Verweise zu kennen – sofern man nicht Tex Rubinowitz heißt. Der ideale Leser dieses Buches ist sein Autor. Dem Rest bleibt nur Staunen. Und ein stets offenes Browser-Fenster als Gefährte.« – Sebastian Fasthuber, Falter
»Seine gewitzten Fiktionen dockt Tex Rubinowitz gern an wahre Begebenheiten an, teils aus dem eigenen Leben, teils aus der Kulturgeschichte. Indem er diesen realen Momenten eine Bühne baut, hebt er sie aus den Zeitläuften heraus. Kurz: Er macht aus schnöder Allerweltswirklichkeit eine leuchtend lebendige. Das funktioniert nur, weil er ein begnadet guter Stilist ist.« – Oliver Jungen, Deutschlandfunk Kultur
»So absurd, explosiv und lustig das Buch ist, so traurig, melancholisch und voller Schmerz ist es auf der dark side, der anderen Seite des Mondes.« – Marlene Gölz, litrobona
»Der wichtigste Tipp an die Leserschaft: Wenn ihr dieses Buch zur Hand nehmt (und das solltet ihr unbedingt!), dann legt das Smartphone weit weit weg von euch. Sonst werdet ihr, wie wir, alle zweikommafünf Minuten die Suchmaschine anwerfen. […] Tut das nicht. Lest einfach drauflos, ergebt euch dem Sog dieses Buches.« – Haubentaucher
