
Foto: Gemini AI
Heute jährt sich wieder dieser Tag, den wohl kaum jemand vergessen wird: der 11. September 2001. Der Tag, an dem zwei Flugzeuge in die Türme des World Trade Centers in New York flogen und die beiden riesigen Gebäude wenig später zusammenbrachen. Tausende Menschen starben.
Eigentlich weiß wohl jeder noch ziemlich genau, was er an diesem Tag gemacht hat. Wo er war. Mit wem er gesprochen hat. Und wann er begriffen hat, dass da gerade etwas passiert, das die Welt verändern würde. Auch ich weiß noch ziemlich genau, wo ich war. Komischerweise habe ich das in meinem Buch bisher überhaupt nicht erwähnt.
Das hole ich dann eben hier nach.
Damals hatten Toschi und ich noch unseren Copy- und Werbeshop in der Bredstedter Osterstraße. Ein kleiner Laden, in dem wir so ziemlich alles gemacht haben, was mit Kopieren, Drucken, Werbung und Beschriftungen zu tun hatte.
Ich habe für diesen Beitrag bei Gemini ein Bild anfertigen lassen, das ungefähr zeigen soll, wie es bei uns damals ausgesehen haben könnte. Echte Fotos aus dieser Zeit gibt es leider nicht.
Toschi war an diesem Tag, glaube ich, bis nach der Mittagszeit auf Montage. Irgendwo musste er eine Beschriftung anbringen. Ich saß währenddessen im Büro und erledigte meine üblichen Arbeiten am PC. Und dann saßen wir am frühen Nachmittag irgendwann beide im Büro.
Plötzlich hörten wir im Radio von einem Flugzeug, das in einen der Türme des World Trade Centers geflogen war. Zunächst dachte man ja noch an einen Unfall. Dann kam der zweite Turm. Und spätestens da war klar: Das hier ist kein Unfall. Über etwa 90 Minuten ging es Schlag auf Schlag. Der nächste Einschlag, die Bilder aus New York, die Meldungen über weitere Flugzeuge. Dann der Absturz auf das Pentagon in Washington. Mittlerweile hatten wir einen amerikanischen Fernsehsender auf dem Monitor laufen und verfolgten die Ereignisse live.
Und wir waren einfach nur erschüttert.
Man saß da und konnte kaum glauben, was man sah.
Heute, 25 Jahre später, kennen wir die Bilder natürlich alle. Die brennenden Türme. Die Menschen auf den Straßen. Die riesigen Staubwolken. Das Einstürzen der Gebäude. Aber damals war das alles noch völlig unbegreiflich.
Nach dem Einschlag in das Pentagon haben wir dann, wie viele andere Geschäfte in Bredstedt auch, unseren Laden zugemacht und sind nach Hause gefahren.
Denn ehrlich gesagt dachten wir damals wirklich:
Jetzt bricht der dritte Weltkrieg aus.
Das klingt aus heutiger Sicht vielleicht dramatisch. Aber genau so hat es sich für uns angefühlt. Niemand wusste, was als Nächstes passieren würde. Wenn schon Flugzeuge in New York und Washington angreifen würden – was kam dann noch?
Zu Hause haben Helga und ich dann fast die halbe Nacht weiter Fernsehen geschaut. Immer wieder diese Bilder. Immer wieder neue Meldungen. Immer wieder der Versuch, irgendwie zu verstehen, was da gerade passiert war. Es war eine schreckliche Nacht.
Und obwohl inzwischen 25 Jahre vergangen sind, ist dieser Tag immer noch erstaunlich präsent. Ich glaube, viele Menschen können bis heute sagen, wo sie waren, als sie zum ersten Mal von den Anschlägen hörten. Ich kann es jedenfalls. Und deshalb gehört der 11. September 2001 eigentlich auch zu meiner persönlichen Geschichte. Nur eben bisher nicht in mein Buch.
Jetzt steht er zumindest hier.
