
Auch heute dann mal eine kleine virtuelle „Lesung“. Heute geht es in den Anfang der Siebziger Jahre. Noch ist Bundeswehrzeit für mich, aber die ersten Kontakte in Rendsburg werden erschaffen.
Der ÜLZ und das Nachtleben von Rendsburg
„Heute Abend wieder ins ÜLZ?“ fragte Buddy eines Nachmittags, während er sich lässig auf seinem Bett in unserem Kasernenzimmer räkelte.
„Klar doch,“ antwortete ich und ging im Kopf bereits eine Liste möglicher Anlaufstellen durch. Der Young Lady Club – kurz YLC, oder wie ihn alle nannten, das ÜLZ – war ein Klassiker.
Doch Rendsburg hatte deutlich mehr zu bieten:
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die Diskothek Cheyenne, wo die Musik laut und die Tanzfläche immer voll war,
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den Tanzsalon Deutsches Haus, irgendwo zwischen Tradition und Moderne,
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den Old Scotch Club, der seinem Namen alle Ehre machte und selbst tief in der Nacht noch brummte,
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und schließlich den Nachtclub Mylord, eine Adresse, bei der man genau wusste, worauf man sich einließ: ein bisschen Glanz, viel Schummerlicht und fast immer eine Spur zu teuer.
Mit der Zeit lernte ich weitere neue Leute kennen. Einer von ihnen war Alfred †*, ein geschickter Radio- und Fernsehmechaniker, der ganz in der Nähe seinen Dienst schob. Er wurde schnell zu einer zentralen Figur unserer kleinen Runde – nicht zuletzt wegen seines VW 411, der auf uns wirkte wie ein Raumschiff auf Rädern.
*Ich traf ihn Jahrzehnte später einmal zufällig auf einem Husumer Stadtfest. Leider erfuhr ich einige Jahre später von seinem frühen Tod.
Der VW 411 – Sound, Freiheit und Abenteuer

„Alfred, du bist mein Held!“ rief ich, als er eines Abends mit seinem weißen VW 411 vorfuhr.
„Ja, ja, steigt einfach ein,“ winkte Alfred ab. Der Wagen war nicht nur groß genug für die gesamte Clique, sondern auch für den eigentlichen Star des Abends: einen riesigen Lautsprecher, den Alfred mit sichtbarem Stolz auf das Dach hievte. „Jetzt noch ein bisschen Deep Purple, und wir sind unschlagbar,“ grinste Buddy, während er prüfend gegen das Gehäuse klopfte.Unsere Routen führten uns nicht nur durch Rendsburgs Discoszene, sondern auch weit darüber hinaus. Kiel, Nortorf, das Gottorfer Schloss – überall dort, wo die Luft nach Freiheit roch, progressive Musik dröhnte und man für ein paar Stunden die Seele baumeln lassen konnte.
Musik, Joints und der Keller im Schloss
„Mann, das Revolution in Kiel ist einfach ein anderes Level,“ sagte ich eines Abends auf dem Weg von Kiel nach Schleswig. „Fast schon wie das Grünspan in Hamburg.“
„Kommt aber kaum gegen die Musik im Schloßkeller im Gottorfer Schloss an,“ warf Alfred ein. „Die Musik dort ist der Wahnsinn – und na ja … du weißt schon.“
Und genau deshalb waren wir nun auf dem Weg nach Schleswig.
Ich wusste genau, was er meinte. Der Reiz dieser Läden lag nicht nur an den Plattentellern oder den tanzenden Massen. Es war diese unterschwellige Atmosphäre von Rebellion, die in der Luft hing. Dort, wo progressive Musik lief, gehörten auch die kleinen grünen Joints zum guten Ton – und der süßliche Rauch zum unverwechselbaren Duft der Zeit.
Buddy reichte mir einen Joint, während wir inziwschen im Keller des Schlosses saßen und Pink Floyd aus den Lautsprechern dröhnte.
„Siehst du,“ sagte er mit einem entspannten Lächeln, „genau deshalb liebe ich diese Trips.“
Ein Leben zwischen Pflicht und Freiheit
Die Nächte waren ein Ausgleich zu den oft monotonen Kasernentagen. Hier gab es keine Befehle, keine Rangordnung, keine Regeln – nur den Moment. Ich hatte das Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein, eine Brücke zwischen den strengen Militärstrukturen und einer Welt voller Abenteuer und Musik zu schlagen.
Die Rendsburger Clique wuchs, neue Freunde, Mädels und Jungs, kamen hinzu, und die gemeinsame Zeit wurde intensiver. Es war eine Ära, die nach Freiheit roch, nach Benzin, Musik und ein wenig süßlichem Rauch. Ich wusste, dass diese Nächte, so flüchtig sie auch waren, zu den besten Erinnerungen meines Lebens gehören würden.
Die Maus, die Herzen brach
Nachdem ich in Hamburg zunehmend nichts mehr fand, das mich hielt, verbrachte ich meine freien Wochenenden lieber in Krummenort – oder genauer gesagt in Büdelsdorf bei Alfred. Alfred, der großzügige Gastgeber mit seinem VW 411 und der Vorliebe für progressive Musik, hatte nicht nur Platz in seinem Auto, sondern auch auf seinem Sofa.
…und damit geht es im Buch weiter…
Ein Abenteuer im Grünspan und der Beginn der Maus-Legende
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Das Buch (520 Seiten, ca. 145 Bilder) könnt ihr bei mir bestellen.
Erwerben kann man das Buch bei mir zu Hause (16,50€) oder lässt es sich per Post (20 € inkl. Porto) zusenden. Also eine Email an mich schreiben an info@concon.de oder per Messenger / WhatsApp u.ä. in meinen bekannten Kanälen.
Außerdem im Langenhorner Restaurant „Bai üs“ am Kreisverkehr / B5. Mittwochs bis Sonntags ab 17 Uhr geöffnet.
Ferner neben der Stadtbuchhandlung (übl. Ladenöffnungszeiten) in Bredstedt am Markt, auch im Restaurant „15bar“, ebenfalls am Markt in Bredstedt, geöffnet Do. bis Mo. 11.30 – 14.00 Uhr und ab 17 Uhr.
Ich freue mich übrigens hier im Rahmen des Beitrags über kleine Kommentare, egal ob positiv oder negativ.
Und was sagt die KI Gemini nun zu dem Buch?
Das Buch „Irgendwas mit Musik…Ein Leben. Oder doch lieber Medien?“ ist eine Biografie von Mario De Mattia (mit Simon De Mattia), die das Leben des Autors und seiner Familie von 1970 bis 2025 nachzeichnet. In vier Episoden erzählt das Werk von den „ganz wilden Jahren“ der Jugend und dem Wehrdienst bei der Luftwaffe, über Familiengründung und erste Schritte in der Musikszene bis hin zur Arbeit in der Medienwelt und schweren Schicksalsschlägen in späteren Jahrzehnten.
Ihr dürft übrigens gerne kommentieren! 🙂