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Diagnose: Chronische Hirnlosigkeit (Ein Leitfaden für den Umgang mit meinen Fans)

Es ist offiziell. Nach eingehender Analyse der Antworten auf einen Teil meiner Beiträge steht fest: Ich habe kein Gehirn. Absolut keines. Es muss mir irgendwann zwischen der Erfindung der Faktenprüfung und dem Verfassen meiner letzten Beiträge abhandengekommen sein. Vermutlich liegt es noch irgendwo in der Ecke und schämt sich für meine „einfach dumme“ Allgemeinbildung.

Es ist schon faszinierend. Da wagt man es, die glanzvollen, perfekt durchdachten und absolut fehlerfreien Vorhaben der AfD zu hinterfragen, manchmal sogar mit so lästigen Dingen wie echten Fakten oder, Gott bewahre, Ironie, und was passiert: Man wird augenblicklich von einer Welle der Fürsorge überrollt.

Während ein Arzt manchmal wochenlang die richtige Diagnose sucht, wissen meine treuen Kritiker sofort Bescheid. Ein Blick auf die Antworten reicht aus:
Befund 1: „Kein Hirn.“ (Oder wahlweise „verloren“ – falls es jemand findet, bitte mit Finderlohn an mich zurück).
Befund 2: „Einfach dumm.“ Das ist wenigstens präzise. Keine Schnörkel, kein pseudointellektuelles Gerede. Einfach dumm. Danke für die Erdung!
Befund 3: Stroh! Und zwar im Kopf. Statt Hirn. Nun weiß ich jedenfalls warum sich mein Kopf nicht einfach zusammenzieht, er ist ausgefüllt mit Stroh. Wie so ein Steifftier-Teddy.
Ganz aktuell: Geisteskrank. Da stellt sich die Frage, kann man ohne Hirn eigentlich zusätzlich geisteskrank sein?  😉

Manchmal geht die Fürsorge sogar so weit, dass mir ganz uneigennützig Reisetipps gegeben werden. „Verlass das Land!“, rufen sie mir zu. Ich wusste gar nicht, dass die Herren und Damen Heimatschützer und zukünftigen Blockwarte neuerdings als Reisebüro fungieren.
Und für die ganz Extremen, die mir im Subtext sogar das baldige Ableben wünschen: Keine Sorge, ich habe vor, euch noch ein Weilchen erhalten zu bleiben. Unkraut vergeht bekanntlich nicht – und hirnloses Unkraut erst recht nicht.

Besonders auffällig dabei sind die vielen schlauen Beanworter bei Meta Threads. Haben keine oder sehr wenig Follower, keine eigenen Beiträge und sind somit wohl nur stumme Handys an den Wänden der St. Petersburger Trollfabriken.

Was mich allerdings ein wenig traurig stimmt (Achtung, Ironie): Wo bleibt denn die inhaltliche Debatte? Ich hatte mich so auf messerscharfe Argumente, fundierte Gegenanalysen und rhetorische Meisterleistungen gefreut. Stattdessen gibt es die digitale Standard-Schelle. Es scheint, als wäre die Tastatur bei manchen Kommentatoren mit einer automatischen Schimpfwort-Vervollständigung ausgestattet. Sobald der Blutdruck steigt, tippen die Finger wie von selbst die immer gleichen drei Phrasen. Das spart natürlich Denkzeit – und Zeit ist Geld, besonders im patriotischen Widerstand gegen die Logik.

Mein Fazit: Liebe Kommentatoren, ich mache euch einen Vorschlag: Ich suche mein verlorenes Gehirn, und ihr sucht nach euren Argumenten. Wer zuerst etwas findet, darf es behalten. Bis dahin nehme ich eure Beleidigungen einfach als das, was sie sind: Der untrügliche Beweis dafür, dass die Fakten wohl doch ein bisschen zu tief gesessen haben. Wenn man inhaltlich blank ist, muss man eben laut hupen. Ich bleibe jedenfalls genau hier – dumm, glücklich und bereit für die nächste Runde. Prost auf den freien Geist!

Foto: Gemini KI